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Ratgeber

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Von der Redaktion·18. März 2026

Die Eizellkonservierung bietet Frauen die Möglichkeit, ihre Fertilität zu bewahren. Dieser Ratgeber erklärt, wer davon profitiert, wie das Verfahren abläuft und was Sie über Erfolgschancen wissen sollten.

# Eizellkonservierung: Ein umfassender Ratgeber zur Fertilitätserhaltung ## Was ist Eizellkonservierung? Die Eizellkonservierung (auch Eizellgewinnung genannt) ist ein medizinisches Verfahren, bei dem Eizellen einer Frau entnommen, eingefroren und für zukünftige Verwendung gelagert werden. Im Gegensatz zur natürlichen Alterung von Eizellen bleibt die biologische Qualität gefrorener Eier auf dem Niveau des Entnahmezeitpunkts erhalten. Dies macht das Verfahren besonders wertvoll für Frauen, die ihre reproduktiven Optionen erweitern möchten. ## Wer sollte eine Eizellkonservierung in Betracht ziehen? Die Eizellkonservierung ist für verschiedene Personengruppen relevant: - **Frauen mit Kinderwunsch, aber ohne aktuellen Partner**: Sie können ihre biologische Uhr nicht ignorieren und wünschen sich mehr Zeit für die Partnersuche - **Frauen mit geplanten Chemotherapien oder Bestrahlungen**: Krebsbehandlungen können die Eierstöcke beschädigen - **Frauen mit genetischen Erkrankungen**: Die Konservierung bietet die Möglichkeit, genetische Tests durchzuführen, bevor Embryonen entstehen - **Frauen mit Endometriose oder Ovarialproblemen**: Diese Erkrankungen können die Fertilität im Laufe der Zeit beeinträchtigen - **Berufsfrauen mit ehrgeizigen Karrierezielen**: Das Verfahren ermöglicht eine bessere zeitliche Planung - **Frauen ohne Kinderwunsch in jungen Jahren**: Späterer Kinderwunsch wird durch eingefrorene Eier vereinfacht ## Das optimale Alter für die Eizellkonservierung Das Alter ist der wichtigste Faktor für den Erfolg: - **Unter 30 Jahren**: Ideale Bedingungen – höchste Eizellqualität und -quantität - **30-35 Jahre**: Sehr gute Voraussetzungen, noch relativ hohe Erfolgschancen - **35-40 Jahre**: Akzeptable Ergebnisse, aber bereits sichtbarer Qualitätsrückgang - **Nach 40 Jahren**: Deutlich niedrigere Erfolgsquoten; mehr Eizellen sind nötig für ein Kind **Faustregel**: Je jünger Sie sind, wenn Sie Eizellen einfrieren lassen, desto besser. Eine 35-Jährige sollte idealerweise nicht länger warten, da die Eiqualität rapide sinkt. ## Das Verfahren: Schritt für Schritt ### Hormonelle Stimulation (10-14 Tage) Der Prozess beginnt mit Hormoninjektionen, um mehrere Eizellen zur Reifung zu bringen. Sie spritzen sich selbst oder lassen sich spritzen: - Gonadotropine stimulieren die Eierstöcke - Regelmäßige Ultraschalluntersuchungen überwachen das Wachstum - Bluttests messen Östrogenlevels - Dieser Schritt ist wichtig, um genug reife Eizellen zu sammeln ### Auslösermedikation Wenn die Eizellen reif sind, erhalten Sie eine abschließende Injektion (HCG), um die finale Reifung einzuleiten. ### Eizellentnahme (Punktion) - Durchgeführt unter leichter Sedation - Dauert etwa 15-20 Minuten - Ein feiner Katheter wird durch die Vagina unter Ultraschallführung eingeführt - Die Eizellen werden aus den Follikeln abgesaugt - Sie können am selben Tag nach Hause gehen ### Gefrieren und Lagerung - Die Eizellen werden innerhalb weniger Stunden tiefgefroren - Lagerung erfolgt in flüssigem Stickstoff bei -196°C - Moderne Vitrifikationstechniken ermöglichen extrem hohe Überlebensraten (>90%) ## Kosten der Eizellkonservierung Die Kosten variieren je nach Land und Klinik erheblich: - **Hormonelle Stimulation und Punktion**: 2.000-4.000 Euro - **Einfrieren der Eizellen**: 500-1.000 Euro - **Jährliche Lagerungsgebühren**: 200-600 Euro pro Jahr - **Spätere Befruchtung und Transfer**: 3.000-5.000 Euro pro Zyklus **Wichtig**: Viele Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht oder nur teilweise. Erkundigen Sie sich vorab nach Ihren Versicherungsbedingungen. In einigen Bundesländern gibt es Zuschüsse für medizinisch indizierte Konservierungen (z.B. vor Krebsbehandlung). ## Erfolgsquoten mit eingefrorenen Eizellen Die Erfolgsquoten sind deutlich besser als viele Menschen erwarten: - **Überlebensrate der Eizellen nach dem Auftauen**: 85-95% - **Befruchtungsrate**: 50-75% - **Schwangerschaftsrate pro Transfer** (abhängig vom Alter bei Entnahme): - Mit Eizellen von <30 Jahren: 40-50% pro Transfer - Mit Eizellen von 30-35 Jahren: 30-40% pro Transfer - Mit Eizellen von 35-40 Jahren: 15-25% pro Transfer Die gute Nachricht: Die Erfolgsquote hängt vom Alter **der Eizelle** ab, nicht vom aktuellen Alter der Frau. Eine 45-Jährige mit eingefrorenen Eizellen von 32 Jahren hat die Erfolgschancen einer 32-Jährigen. ## Speicherung und Haltbarkeitsdauer - **Theoretische Speicherdauer**: Unbegrenzt (die Technologie garantiert dies) - **Praktische Dauer**: Mehrere Jahrzehnte nachgewiesen - **Gesetzliche Regelung in Deutschland**: Maximal 10 Jahre Lagerung ohne Begründung; längere Speicherung auf Antrag möglich - **Rechtliche Vorsorge**: Erstellen Sie eine schriftliche Anweisung, was mit Ihren Eizellen geschehen soll, falls Sie versterben oder die Zahlungen einstellen ## Mögliche Nebenwirkungen und Risiken - **Ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS)**: Bauchschmerzen, Übelkeit (meist mild, in schweren Fällen selten) - **Blutungen oder Infektionen**: Bei der Punktion sehr selten (<0,1%) - **Psychische Belastung**: Der emotionale Prozess sollte nicht unterschätzt werden - **Geburtenkomplikationen**: Studien zeigen kein erhöhtes Risiko für Babys aus eingefrorenen Eizellen
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