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Ratgeber

Sekundäre Unfruchtbarkeit: Wenn das zweite Kind ausbleibt

Von der Redaktion·18. März 2026

Sekundäre Unfruchtbarkeit betrifft Paare, die bereits ein Kind bekommen haben, aber nun Schwierigkeiten beim Kinderwunsch haben. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die Ursachen zu verstehen, die richtige medizinische Unterstützung zu finden und mit den emotionalen Herausforderungen umzugehen.

# Sekundäre Unfruchtbarkeit: Wenn das zweite Kind ausbleibt ## Was ist sekundäre Unfruchtbarkeit? Sekundäre Unfruchtbarkeit liegt vor, wenn ein Paar nach mindestens einem Jahr regelmäßigen, ungeschützten Geschlechtsverkehrs nicht schwanger wird – obwohl mindestens ein Kind bereits vorhanden ist. Anders als primäre Unfruchtbarkeit (wenn nie ein Kind gezeugt wurde) bringt sekundäre Unfruchtbarkeit oft spezifische psychologische und soziale Herausforderungen mit sich. Die Zahlen sind bedeutsam: Etwa 10-15% aller Paare mit Kinderwunsch sind von Unfruchtbarkeit betroffen, und bis zu 50% dieser Fälle sind sekundär. Sie sind also nicht allein. ## Häufige Ursachen der sekundären Unfruchtbarkeit Die Gründe für sekundäre Unfruchtbarkeit können vielfältig sein und betreffen sowohl Frauen als auch Männer: ### Bei Frauen - **Alterung der Eizellen**: Mit zunehmendem Alter sinkt die Eizellqualität und -quantität - **Gebärmutterveränderungen**: Narbenbildung nach Geburt, Polypen oder Myome - **Eileiterverschluss**: Durch Infektionen, Endometriose oder Verwachsungen nach Geburt - **Ovulationsstörungen**: Veränderungen des Hormonhaushalts - **Endometriose**: Kann sich nach der Schwangerschaft entwickeln oder verschlimmern - **Gewichtsveränderungen**: Erhebliche Zu- oder Abnahme beeinflussen die Fertilität ### Bei Männern - **Spermaqualität**: Kann sich im Lauf der Jahre verschlechtern - **Varicocele**: Krampfadern an den Hoden - **Infektionen oder Verletzungen**: Nach Unfällen oder Operationen - **Hormonelle Veränderungen**: Testosteronmangel - **Lebensstiländerungen**: Stress, Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum ### Bei beiden Partnern - **Alterseffekt**: Mit jedem Jahr sinkt die Fertilitätsrate - **Sexuelle Probleme**: Erektionsstörungen oder Libidoverlust durch Stress - **Stress und psychische Belastung**: Können die Hormonproduktion beeinträchtigen ## Die emotionale Seite: Warum sich sekundäre Unfruchtbarkeit anders anfühlt Viele Paare berichten, dass sekundäre Unfruchtbarkeit emotional schwieriger ist als erwartet – manchmal sogar schwächer als primäre Unfruchtbarkeit: - **Schuldgefühle**: "Warum sollte ich nicht noch ein Kind bekommen können?" - **Unsichtbarkeit**: Familie und Freunde nehmen die Probleme weniger ernst ("Du hast doch schon ein Kind") - **Ungeduld und Frustration**: Das erste Kind ist "einfach" gekommen, warum jetzt nicht? - **Komplexe Gefühle gegenüber dem vorhandenen Kind**: Unbewusster Groll oder Schuldgefühle können entstehen - **Soziale Erwartungshaltung**: Gesellschaftlicher Druck, "das Geschwisterchen" zu geben - **Selbstzweifel**: "War die erste Schwangerschaft nur Glück?" Diese Gefühle sind völlig berechtigt und normal. ## Diagnose: Der erste Schritt Wenn Sie nach einem Jahr (oder nach sechs Monaten, wenn Sie über 35 Jahre alt sind) nicht schwanger werden, ist es Zeit, einen Facharzt zu konsultieren. ### Untersuchungen für beide Partner **Für Frauen:** - Detaillierte Krankengeschichte und Zyklusanalyse - Hormonbluttest (FSH, LH, Prolaktin, Schilddüse) - Ultraschalluntersuchung der Gebärmutter und Eierstöcke - Gebärmutter-Eileiterkontrastuntersuchung zur Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit - Ggf. Gebärmutterspiegelung oder MRT **Für Männer:** - Spermiogramm (Samenanalyse) - Körperliche Untersuchung - Hormonbluttest (Testosteron) - Ggf. Ultraschall der Hoden Die Diagnostik ist wichtig, um gezielt behandeln zu können, nicht um Ihre Gefühle zu "beweisen". ## Behandlungsoptionen Die Behandlung richtet sich nach der diagnostizierten Ursache: ### Nicht-medizinische Maßnahmen - **Lebensstiländerungen**: Gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf - **Stressabbau**: Yoga, Meditation oder Psychotherapie - **Optimales Timing**: Geschlechtsverkehr in der fertilen Phase (5 Tage vor bis einen Tag nach dem Eisprung) - **Gewichtsoptimierung**: Bei starkem Über- oder Untergewicht ### Medizinische Therapien - **Hormonelle Behandlung**: Unterstützung des Eisprungs - **Operative Eingriffe**: Entfernung von Myomen, Polypen oder Adhäsionen - **Antibiotika oder antivirale Therapie**: Bei Infektionen - **Assistierte Reproduktionstechniken**: Künstliche Befruchtung (IVF) oder Insemination Der Weg zum richtigen Verfahren erfordert Geduld. Was funktioniert, ist sehr individuell. ## Umgang mit Erwartungen anderer Ein großes Thema: die Erwartungen von Familie, Freunden und sogar Ihrem eigenen Kind. ### Praktische Strategien - **Selektive Offenbarung**: Sie müssen nicht allen von Ihren Problemen erzählen. Vertrauen Sie Ihre Geschichte nur denen an, denen Sie vertrauen. - **Klare Kommunikation**: "Wir versuchen noch, aber es funktioniert gerade nicht. Bitte fragt nicht danach." - **Abgrenzung**: Setzen Sie Grenzen. Unerwünschte Ratschläge oder verletzende Kommentare müssen nicht toleriert werden. - **Ihrem Kind erklären**: Je nach Alter kann ein altersgerechtes Gespräch helfen ("Mama und Papa versuchen, noch ein Baby zu bekommen, aber es braucht Zeit") ## Support und Hilferessourcen Sie brauchen nicht allein durch diesen Prozess zu gehen: - **Spezialisierte Fertilitätskliniken**: Bieten umfassende Diagnostik und Behandlung - **Psychotherapeutische Unterstützung**: Therapie spezialisiert auf
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